Wie fühlen Sie sich heute? Wie haben Sie sich gestern Abend beim Zubettgehen gefühlt? Und mit welchem Gefühl sehen Sie dem morgigen Tag entgegen? Ohne Gefühle geht im Leben nichts. Klingt übertrieben? Dann fühlen Sie mal in sich hinein. Jede Situation, jede Handlung und jede Konversation verbinden wir mit einem oder mehreren Gefühlen. Was diese bedeuten und wie wir sie aktiv nutzen können, um unsere Potentiale, privat sowie beruflich, zu entfalten, wird uns meist erst bei genauerem Hinschauen bewusst. Deshalb laden wir Sie ein, gemeinsam mit uns einen Blick in unsere Gefühlswelt zu werfen. Weiter geht´s mit…

L wie lebensfroh

Kennen Sie diese Tage, an denen Sie gefühlt Bäume ausreißen könnten? Sie haben gut geschlafen, einen entspannten Morgen verbracht und freuen sich auf den bevorstehenden Tag. Es erwarten Sie spannende Aufgaben im Büro und ein gemütliches Abendessen mit Freunden bei ihrem Lieblingsitaliener. Die Sonne scheint und am Himmel ist keine einzige Wolke zu sehen. Sie genießen die positive Energie, die Sie umgibt, und wandeln diese in gute Laune und Tatendrang um. Sie sind lebensfroh.

Zugegeben: dieses Ideal-Szenario klingt zu schön, um wahr zu sein. Aber selbst dann, wenn am Himmel doch die eine oder andere Wolke zu erkennen ist und im Büro nicht nur angenehme Aufgaben auf uns warten, dürfen wir unsere Energie nutzen, um „Ja“ zum Leben zu sagen – um lebensfroh zu sein.

Aber was bedeutet das eigentlich genau – lebensfroh sein? Lebensfrohe Menschen genießen das Leben mit all ihren Sinnen und handeln dabei lebensbejahend. Sie bewerten Situationen, Aufgaben und Handlungen positiv statt negativ und hängen nicht an der Vergangenheit, sondern blicken erwartungsvoll in die Zukunft. Geschieht lebensfrohen Menschen etwas unerwartet Negatives oder geraten sie in einen Streit oder eine Auseinandersetzung, geben sie sich weder Selbstmitleid hin, noch geraten sie ins Jammern. Ganz im Gegenteil – sie gewinnen selbst negativen Erfahrungen einen Mehrwert für ihre Einstellung zum Leben ab. Wer nun denkt: Das gibt´s doch nur in Filmen oder in Romanen – den können wir beruhigen. Lebensfroh zu sein, bedeutet nicht, Tag für Tag das „Million-Dollar-Smile“ aufzulegen. Schlechte Laune, Trauer, Verzweiflung oder Wut gehören ebenso zum Leben dazu. Ist der „Grundtenor“ dennoch positiv und die Einstellung zum Leben ebenfalls, so nehmen negative Gefühle weitaus weniger Raum ein und halten noch dazu kürzer an. Ein Effekt, der immer auch mit Selbstreflexion und der Bereitschaft, an sich zu arbeiten, verbunden ist. Denn negativen Situationen etwas Positives abzugewinnen, können wir lernen und trainieren. Wir müssen es nur wollen.

Lebensfreude kommt von „sich am Leben erfreuen“

 

 

Das Leben hat viele Facetten – diese können strahlend hell, aber auch dunkel sein. Wer allerdings für sich beschließt, dass die Helligkeit überwiegt, tut sich einen großen Gefallen. Negative Energie und dunkle Gedanken wirken sich nämlich nicht nur auf unsere mentale, sondern auch auf unsere körperliche Verfassung aus.

Lebensfreude kommt für uns deshalb von „sich am Leben erfreuen“. Und zwar ganz allgemein und generell. Wir müssen also gar nicht jeden Tag „Juhu“ rufen, wenn wir morgens im Bett die Augen aufschlagen – es reicht schon aus, all die Herausforderungen und Möglichkeiten, aber auch all das, was wir besitzen und erleben, nicht für selbstverständlich zu halten, sondern dankbar dafür zu sein. Klingt zu theoretisch?

Hier kommt ein Beispiel:

Lukas hat vor einem Jahr eine Stiftungsberatung gegründet und sich darauf spezialisiert, die Digitalisierung in Stiftungen voranzutreiben oder zu optimieren. Unterstützt wird er dabei von zwei Mitarbeitern. Lukas ist zufrieden: Das Unternehmen entwickelt sich gut und er hat viel Freude an seiner Arbeit. Als sich jedoch seine Freundin Johanna von ihm trennt, fällt er in ein mentales Loch. Er schläft zu wenig, kann sich nicht mehr konzentrieren, treibt keinen Sport und fühlt sich in der eigenen Haut nicht mehr wohl. Noch dazu hat er oft schlechte Laune und empfindet selten Freude oder Begeisterung. Ein Zustand, den er so nicht kennt und nach einigen Monaten nicht mehr erträgt. Zeit für einen Neustart! Lukas macht sich auf die Suche nach einer neuen Wohnung, meldet sich im Fitnessstudio an und gibt mehr Aufgaben an seine Mitarbeiter ab. Langsam, aber sicher bessert sich seine Laune, er verliert an Gewicht und gewinnt im Gegenzug neue Hoffnung. Zwar hat Johanna eine große Lücke in seinem Leben hinterlassen, mittlerweile hat er aber erkannt, dass er diese Lücke mit neuen Dingen, neuen Menschen und auch mit neuen Projekten im Rahmen seiner Stiftungsarbeit füllen darf. Er erlaubt sich, Spaß zu haben und die kleinen Dinge des Lebens wertzuschätzen. Traurig oder nachdenklich ist er trotzdem noch manchmal – das Gefühl der Leere ist allerdings der Vorfreude auf all das, was das Leben noch für ihn bereithält, gewichen.

Lebensfreude darf also wachsen – auch mit und dank negativen Erfahrungen und Emotionen. Dabei hat besonders der Part „Freude“ viel zu bieten – von der Vorfreude über die Mitfreude oder die Risikofreude bis hin zum Freudentanz, der Gaumenfreude und der Schaffensfreude. Es gibt viel, worüber wir uns freuen können. Wir müssen es nur zulassen.

 

Ein gutes Gefühl, versprochen!

 

Apropos zulassen – wir laden Sie herzlich ein, an unserer Workshop-Reihe „Limbisches Denken“ teilzunehmen und ihr emotionales Denken mit der Kraft ihrer Gefühle in Einklang zu bringen.

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